Fonds: Anlagebetrag und Anlagedauer?

Aktienfonds bieten eine große Flexibilität

Die Anlagedauer und Flexibilität bei Fonds ist sehr unterschiedlich. In Bezug auf die Anlagedauer bieten manche offenen Fonds (Investmentfonds) eine große Flexibilität. Denn Sie müssen sich auf gar keine bestimmte Anlagedauer festlegen. Wenn man sich für eine einmalige Einzahlung in einen Investmentfonds entscheidet ist dies teilweise ab 1000 € möglich. Und teilweise sogar ab weit weniger. Meistens sind weitere Zahlungen in der Höhe flexibel. Und Gewinnausschüttungen lassen sich ohne Probleme wieder in den Fonds anlegen.

Fondssparplan (Investmentfonds) ist flexibler als Banksparplan

So flexibel wie ein Fondssparplan ist kein anderer Sparplan. Auch keine Banksparpläne. Selbst wenn Sie für Monate oder sogar Jahre nichts in den Fondssparplan einzahlen würden, bleibt der Fondssparplan bestehen. Und jederzeit könnten Sie die Zahlungen in den Fondssparplan wieder aufnehmen. Bei einem Fondssparplan können Sie auch die Höhe der Sparplanraten verändern. Sie können auch zu einer bestehenden Sparplanrate zusätzliche Beträge überweisen. Schon ab 25 € pro Monat kann man in viele Fonds investieren. Sie müssen sich auf keine bestimmte Anlagedauer festlegen. Täglich können Sie über Ihr Geld verfügen, ganz oder teilweise. Es gibt überhaupt gar keine Kündigungsfristen. Normalerweise ist das Geld spätestens nach zwei oder drei Tagen auf dem Konto, wenn man sich für einen Verkauf von Fondsanteilen entschließt.

Geschlossene Fonds, wie zum Beispiel Schiffsfonds, sind langfristige Kapitalanlagen mit einem höheren Mindest-Anlagebetrag

Geschlossene Fonds und vielen andere Geldanlagen sind nicht so flexibel wie offene Fonds (Investmentfonds). Zum Beispiel muss man sich bei einer Lebensversicherung oder Rentenversicherung auf eine bestimmte Anlagedauer festlegen. Und es kann große finanzielle Einbußen geben, wenn man die festgelegte Anlagedauer nicht einhält. Bei geschlossenen Fonds, wie zum Beispiel Schiffsfonds, Private-Equity-Fonds, Lebensversicherungen-Fonds, geschlossene Immobilienfonds, Flugzeugsfonds, etc., legt man sich auch auf eine längere Anlagedauer fest. Wobei die genaue Anlagedauer nicht bestimmt sein muss. Um in einen geschlossenen Fonds zu investieren muss auch der Anlagebetrag höher sein als bei den offenen Fonds. In den einen oder anderen geschlossenen Fonds kann man möglicherweise ab 5.000 € - 10.000 € investieren. Es kann allerdings auch vorkommen, dass man erst ab weit höheren Summen in einen geschlossenen Fonds investieren kann. Anfang 2008 war bei einem (Private-Placements-)Schiffsfonds der niedrigste Anlagebetrag 200.000 €. Bei solchen Summen will das Emissionshaus des Schiffsfonds die Anlage möglicherweise für besonders gute Kunden vorbehalten. Und außerdem nur bestimmten Fondsvermittlern.

Im Gegensatz zu den offenen Fonds oder Investmentfonds kann man bei geschlossenen Fonds (so wie bei Rentenversicherungen und Lebensversicherungen) auch nicht vor Ablauf der Vertragszeit an sein Geld heran. Man könnte höchstens versuchen den geschlossenen Fonds im Zweitmarkt für Fonds zu verkaufen. Wobei es schon vorkam, dass man auf dem Zweitmarkt für geschlossene Fonds gute Gewinne beim vorzeitigen Verkauf machen konnte. Jedoch könnten auch Verluste die Folge sein. Nur mal als Vergleich: Lebensversicherungen (und Rentenversicherungen) könnte man zwar vor der festgelegten Anlagedauer von der Lebensversicherungsgesellschaft ausgezahlt bekommen. Jedoch gehen damit möglicherweise hohe Verluste einher. Lebensversicherungen kann man auch möglicherweise vorzeitig verkaufen. Jedoch gibt es wie bei geschlossenen Fonds für die Möglichkeit des vorzeitigen Verkaufs keine Garantie. Wenn man Lebensversicherungen verkauft sind Verluste die Regel. Bei geschlossenen Fonds könnten Verluste oder Gewinne entstehen.

Offene Immobilienfonds sind unter Umständen nicht so flexibel wie Aktienfonds

Bei den meisten offenen Fonds, wie zum Beispiel Aktienfonds, sind die Fondsgesellschaften zur Rücknahme verpflichtet. Jederzeit kann man ganz oder teilweise über das angesparte Vermögen verfügen. Bei Aktienfonds dürfte dies wahrscheinlich sogar in einem Krisenfall möglich sein. Denn Aktien kann man normalerweise ohne Probleme an der Börse verkaufen. Und zwar meistens kurzfristig. Und normalerweise wollen die Anleger in einen Fonds ja auch nicht alle gleichzeitig ihr Geld zurück haben. Bei offenen Immobilienfonds könnte es, zum Beispiel in einem Krisenfall, Probleme bei der jederzeitigen Auszahlung geben. Nämlich wenn zu viele Kapitalanleger auf einmal die Auszahlung des Fondsvermögens wünschen. Warum? Offene Immobilienfonds investieren mindestens 51% der Anlegergelder in Immobilien. Wenn nun alle Anleger auf einmal ihr Geld zurück haben möchten könnte dies zu Problemen führen. Weil Immobilien nicht so einfach in Geld umzuwandeln sind wie dies bei Aktien normalerweise der Fall ist. Eine weitere Möglichkeit, wann man (zeitweise) offene Immobilienfonds nicht zurückgeben kann, wäre beispielsweise eine Neubewertung des Immobilienvermögens.

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